Beim TÜV :
Jeder Auto und Motorradfahrer kennt und liebt sie, die immer freundlichen, herzensguten und hilfsbereiten Herren vom Technischen Überwachungsverein. Schmuck gekleidet in ihren grauen Kitteln, sorgen sie alle zwei Jahre für Herzklopfen und Schlafbeschwerden bei der fahrenden Bevölkerung. Auch meine Erfahrungen mit den "Man in Grey" ( kurz MiG ) sind eher negativer Natur......
Es fing schon 1976 an, als ich unbedingt einen Maico-Crosslenker an meiner Zündapp haben wollte und der MiG mich mit steinerner Mine vom Hof jagte als hätte ich ihn pesönlich beleidigt. Viele Hauptuntersuchungen sollten noch folgen , und die niedlichsten sollen auf dieser Seite Erwähnung finden.
VierJahre später war mein Ford Capri 1700 das Objekt der Prüfung. Alles wurde peinlich genau untersucht. Hämmern hier, stochern und rütteln dort. Haube auf, Haube zu......wieso hat die eigentlich so eine Beule ????? Den 2.3 Liter Sechszylinder unter dem Scheunentor bemerkt er nicht.......
Es folgte eine Zeit in der ich meine Fahrzeuge schneller wechselte als meine Jeans....über 10 Jahre blieb mir die Freude des TÜV-Besuchs leider erspart ! Aber dann, Mitte der 80er Jahre sollte mein VW Polo vorstellig werden. Die ganze Familie ins Auto geladen und los ging es. Es war die kürzeste HU meines Lebens, denn kaum war der fremde Mann an unserem Wagen, weinten und schrien meine Kinder bitterlich !!!!! Nach 5 Minuten hatte ich die neue Plakette.......
Über die Beziehung TÜV und Buggy könnte ich Bücher schreiben. Ein MiG wollte unbedingt den Einbau eines Überrollbügels und war auch durch meine, wie ich glaubte logische Argumentation : "Wenn mein Auto nicht mehr lebt will ich auch nicht mehr....", nicht davon abzubringen. Ein Anderer bestand auf Sonnenblenden. An sich keine schlechte Idee, aber wenn die Scheibe nur 25cm hoch ist endet der Einsatz der Blenden mit einem Blindflug. Auch um einen Motorschutzbügel kam ich nicht herum. Es könnten ja kleine Kinder an den heissen Auspuff fassen.....der Keilriemen durfte sich dafür weiter ohne Abdeckung offen drehen ! Zwei Jahre später musste ein Windschutzscheibengebläse eingebaut werden.....in einem Cabrio ! Bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich die gesamte Karosse mit einem Hämmerchen abgeklopft. Als ich dem MiG verriet, dass alles aus Kunststoff besteht wurde er knallrot und ist bald geplatzt.... Den runden Aufkleber bekam ich erst Wochen später.....
Nett auch meine Motorrad-Hauptuntersuchungen......"Das Topcase und die Koffer müssen sie so befestigen, dass sie ohne Werkzeug abgenommen werden können", Jahrlang durfte ich mir dieses Lied anhören, bis plötzlich kein MiG mehr Interesse daran hatte und meine Anfrage diesbezüglich mit einem freundlichen : "Ach sch.... was", beantwortet wurde.
Für Aufsehen sorgte jedesmal meine Puch-Jet , Bj.74......"Was ist denn das ?" oder "Kenn ich nicht, das macht der Kollege" waren noch die harmlosesten Kommentare. Meistens wurde man gleich beim Eintreffen mit einem : "Das Ding ist sowieso viel zu laut, sie können gleich wieder nach Hause fahren", begrüsst. Nachdem man dann alles geduldig dem MiG erklärt hatte, siegte dann doch die Geldgier und ich durfte wenigstens die Gebühr bezahlen. Auf Anhieb habe ich mit ihr nie eine Prüfplakette bekommen........
Leider macht sich in letzter Zeit ein Umdenken bei den Prüfstellen breit. Service und Dienstleistung, bislang nur Worthülsen, haben einen Inhalt bekommen und auch die neuen EG-Bestimmungen machen einiges leichter.
Aber der Spass ist flöten.....